Gummizüge an der Zahnspange: Wozu sind sie da und wie lange trägt man sie?

Kurz gesagt

Gummizüge verbinden Ober- und Unterkiefer und helfen, den Biss in die richtige Lage zu bringen, etwa bei einem Überbiss oder Unterbiss. In der Regel tragen Sie sie fast rund um die Uhr, auch nachts, und wechseln sie mehrmals täglich. Heraus kommen sie nur zum Essen und Zähneputzen. Die Gesamtdauer richtet sich nach dem Befund.

Irgendwann während der Behandlung kommt für viele der Moment: Es gibt eine kleine Tüte mit Gummiringen und den Auftrag, sie selbst einzuhängen. Diese Gummizüge, auch Elastics genannt, gehören fest zur Behandlung. Brackets und Draht richten die Zähne in jedem Kiefer für sich aus. Die Gummizüge sorgen dafür, dass oberer und unterer Zahnbogen am Ende gut aufeinanderpassen.

Was Gummizüge bewirken

Die Gummis werden an kleinen Häkchen eingehängt und spannen sich zwischen Ober- und Unterkiefer. Sie ziehen mit sanfter, gleichmäßiger Kraft. Steht der Unterkiefer zu weit hinten (Klasse II), verlaufen sie von oben vorn nach unten hinten und helfen, die Zahnreihen gegeneinander zu verschieben. Beim Unterbiss (Klasse III) ist es umgekehrt. Andere Zugrichtungen können zum Beispiel eine verschobene Mittellinie ausgleichen. Welche Größe und welche Richtung Sie brauchen, legt Ihre Kieferorthopädin fest und passt es bei den Kontrollterminen an.

Wie lange am Tag und warum Nachholen nicht klappt

In der Regel gilt: fast rund um die Uhr, also auch nachts. Heraus kommen die Gummis nur zum Essen und Zähneputzen, danach gleich frische hinein. Gewechselt wird meist zwei- bis dreimal täglich, weil das Material schnell an Zugkraft verliert. Werden die Gummis nicht getragen, bewegt sich der Biss nicht, und die Behandlung dauert länger. Doppelt tragen, um einen verpassten Tag auszugleichen, bringt nichts. Zähne reagieren auf eine leichte, dauerhafte Kraft, nicht auf kurze starke Phasen. Wer die Gummis oft weglässt, spürt den Druck außerdem jedes Mal von vorn.

Tipps für Jugendliche und den Alltag

  • Tüten verteilen: eine in der Schultasche, eine im Bad, eine in der Jackentasche. Wechsel an feste Momente koppeln, etwa an die Mahlzeiten.
  • Ein Gummi ist gerissen? Einfach einen neuen einsetzen. Gehen die Tüten zur Neige, rechtzeitig in der Praxis Nachschub holen, gern auch zwischen zwei Terminen.
  • Löst sich ein Häkchen oder lässt sich ein Gummi nicht mehr einhängen, rufen Sie an. Bis dahin lassen Sie diesen Gummi weg und tragen die übrigen weiter.

Gummizüge gibt es nicht nur bei Brackets. Auch bei Alignern können sie Teil des Plans sein, dann werden sie an kleinen Knöpfchen auf den Zähnen oder an Aussparungen der Schiene eingehängt. Die Regeln bleiben dieselben. Fällt das Tragen schwer oder tut etwas länger als ein paar Tage weh, sprechen Sie uns beim nächsten Termin an. Meist finden wir gemeinsam eine Routine, die in den Alltag passt.

Häufige Fragen

Tun Gummizüge weh?
In den ersten Tagen spüren viele einen Druck auf den Zähnen, ähnlich wie nach dem Nachstellen der Spange. Das legt sich in der Regel, wenn die Gummis konsequent getragen werden.
Kann ich Gummis aus der Drogerie verwenden?
Bitte nein. Kieferorthopädische Gummizüge sind in Größe und Zugkraft genau auf Ihre Behandlung abgestimmt. Haushaltsgummis oder Haargummis können Zähne und Zahnfleisch schädigen.
Darf ich die Gummis zum Sport herausnehmen?
Das klären Sie am besten mit Ihrer Kieferorthopädin. Beim Kontaktsport mit Mundschutz ist kurzes Herausnehmen oft in Ordnung, danach kommen gleich neue hinein.
Dr. Anne Moser
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie · KIEFERFREUNDE im Weberhaus, Potsdam
Veröffentlicht am 21. Oktober 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.

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Jeder Kiefer ist anders. In einem ersten Termin schauen wir uns Ihre Situation individuell an.

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