Daumenlutschen und Schnuller: Wann werden sie zum Problem?

Kurz gesagt

Daumen und Schnuller sind für kleine Kinder normal und beruhigend. Zum Problem für die Zahn- und Kieferentwicklung werden sie erst, wenn das Lutschen über das dritte Lebensjahr hinaus intensiv anhält. Dann lohnt es, sanft abzugewöhnen.

Fast alle kleinen Kinder lutschen – am Daumen, am Schnuller oder an der Lippe. Das ist zunächst völlig natürlich und spendet Trost. Auf die Dauer kommt es aber darauf an.

Wann es unkritisch ist

In den ersten Lebensjahren richtet gelegentliches Lutschen in der Regel keinen bleibenden Schaden an. Der Kiefer ist formbar und vieles wächst sich wieder aus, wenn die Gewohnheit rechtzeitig endet.

Wann es kritisch wird

Hält intensives Lutschen über das dritte bis vierte Lebensjahr hinaus an, kann sich ein offener Biss bilden – die Frontzähne treffen dann beim Zusammenbeißen nicht mehr aufeinander. Auch die Zungenlage und die Sprache können betroffen sein.

Sanft abgewöhnen

Druck und Schimpfen helfen selten. Besser sind Geduld, Lob für schnullerfreie Zeiten und kleine Rituale. Bei hartnäckigen Gewohnheiten unterstützen wir Sie gern – manchmal hilft eine kleine Apparatur.

Häufige Fragen

Ist der Schnuller schlimmer als der Daumen?
Tendenziell ist der Schnuller leichter abzugewöhnen als der Daumen, weil man ihn weglegen kann. Für die Zähne ist entscheidend, wie lange und intensiv gelutscht wird.
Bis wann sollte der Schnuller weg sein?
Als Orientierung gilt: möglichst bis zum dritten Geburtstag. Je früher, desto geringer das Risiko für Fehlstellungen.
Dr. Anne Moser
Dr. Anne Moser MHBA
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie · KIEFERFREUNDE im Weberhaus, Potsdam
Veröffentlicht am 9. September 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.

Persönlich beraten lassen

Jeder Kiefer ist anders. In einem ersten Termin schauen wir uns Ihre Situation individuell an.

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