Der Zahnwechsel: Welcher Zahn kommt wann?

Kurz gesagt

Der Zahnwechsel beginnt meist mit etwa sechs Jahren und dauert bis rund zwölf Jahre. Zuerst fallen die unteren Schneidezähne aus, dann folgen obere Schneidezähne, seitliche Zähne, Eckzähne und Backenzähne. Die ersten großen Backenzähne, die Sechser, kommen zusätzlich hinten dazu, ohne dass ein Milchzahn ausfällt.

Der erste Wackelzahn ist ein kleiner Meilenstein im Leben eines Kindes – und ein aufregender Moment für die ganze Familie. Für Eltern beginnt damit eine spannende Zeit, in der sich das Gebiss ihres Kindes Schritt für Schritt verwandelt. Ein grober Zeitplan hilft dabei, den Überblick zu behalten und zu erkennen, was gerade an der Reihe ist. Wichtig vorweg und zu Ihrer Beruhigung: Wenn es bei Ihrem Kind etwas früher oder später losgeht, ist das in aller Regel kein Grund zur Sorge. Jedes Kind hat sein ganz eigenes Tempo, und Abweichungen gehören völlig zur Normalität dazu.

Wann der Zahnwechsel beginnt

Meist geht es mit etwa sechs Jahren los, und der gesamte Wechsel zieht sich bis rund zum zwölften Lebensjahr hin. Abweichungen von einem Jahr in die eine oder andere Richtung sind völlig normal und kein Anlass zur Unruhe. Nach und nach lockern sich die Milchzähne, fallen aus und machen Platz für die bleibenden Zähne, die von unten nachwachsen. Die Milchzähne haben dabei eine wichtige, oft unterschätzte Aufgabe: Sie halten den Platz für ihre Nachfolger frei und führen sie an die richtige Stelle im Kiefer. Deshalb sollten auch sie gut gepflegt werden, obwohl sie später ohnehin ausfallen.

Zahnwechsel-Reihenfolge nach Alter

  • 6 bis 7 Jahre: Die unteren mittleren Schneidezähne wechseln als Erste. Hinten brechen die ersten bleibenden Backenzähne durch, die Sechser, ohne dass dafür ein Milchzahn ausfällt.
  • 7 bis 8 Jahre: Die oberen mittleren Schneidezähne und die unteren seitlichen Schneidezähne folgen.
  • 8 bis 9 Jahre: Die oberen seitlichen Schneidezähne wechseln.
  • 9 bis 10 Jahre: Die unteren Eckzähne kommen.
  • 10 bis 12 Jahre: Die Milchbackenzähne fallen aus, die kleinen Backenzähne (Prämolaren) rücken nach.
  • 11 bis 12 Jahre: Die oberen Eckzähne brechen durch, oft als letzte Zähne vorne.
  • 11 bis 13 Jahre: Die zweiten bleibenden Backenzähne kommen, die Zwölfer.
  • ab etwa 17 Jahren: Weisheitszähne, sofern sie angelegt sind. Bei manchen kommen sie nie.

Worauf Sie achten dürfen

Besonders wichtig ist eine gute, gründliche Pflege der neu durchbrechenden Backenzähne. Sie stehen weit hinten im Mund und werden beim Putzen leicht vergessen, dabei sollen sie ein Leben lang halten. Helfen Sie Ihrem Kind, auch die hinteren Zähne sorgfältig zu erreichen, solange die Feinmotorik dafür noch nicht ausreicht. Wackelt ein Zahn ungewöhnlich lange, ohne auszufallen, oder kommt ein bleibender Zahn erkennbar schief durch, schauen wir gern nach. So begleiten wir den Zahnwechsel Ihres Kindes aufmerksam und können früh erkennen, wenn eine kieferorthopädische Kontrolle sinnvoll wäre. Vieles ordnet sich in dieser Wachstumsphase noch von selbst, und gerade deshalb ist ein ruhiger, wacher Blick von außen so wertvoll.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn der Zahnwechsel spät beginnt?
Meist nicht. Der Zeitpunkt schwankt von Kind zu Kind. Beginnt der Wechsel deutlich verzögert, schauen wir zur Sicherheit einmal genauer hin.
Was, wenn der bleibende Zahn schief kommt?
Manches richtet sich in dieser Wachstumsphase noch von selbst, anderes lässt sich früh gut begleiten. Eine kieferorthopädische Kontrolle gibt Ihnen Sicherheit.
Sollte ich einen sehr wackeligen Zahn ziehen?
Lassen Sie den Zahn am besten von selbst herausfallen. Bleibt er sehr lange hängen oder bereitet Schmerzen, schauen wir ihn uns in Ruhe an.
Dr. Anne Moser
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie · KIEFERFREUNDE im Weberhaus, Potsdam
Veröffentlicht am 8. April 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.

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