Trinkflasche, Nuckelflasche und Brei: Wie beeinflusst die Ernährung die Kieferentwicklung?
Wie ein Kind trinkt und isst, prägt seine Kiefermuskeln. Langes Nuckeln aus der Flasche und dauerhaft weiche Breikost fordern die Muskeln wenig, während Kauen und Trinken aus dem Becher sie kräftigen. Ein früher Umstieg auf den Becher und altersgerechte, festere Kost unterstützt eine gesunde Mund- und Kieferentwicklung.
Kiefer und Muskeln entwickeln sich vor allem durch Gebrauch. Jedes kräftige Kauen und jedes richtige Schlucken formt den Kiefer ein Stück weit mit und regt das Wachstum an. Deshalb hat die Frage, wie Ihr Kind trinkt und isst, einen größeren Einfluss auf die Kieferentwicklung, als viele Eltern vermuten. Das soll Sie nicht verunsichern, sondern Ihnen zeigen, dass Sie mit dem ganz normalen Familienalltag schon viel Gutes tun können. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Zusammenhänge in Ruhe.
Warum die Nuckelflasche irgendwann bremst
Zum Start ins Leben ist das Saugen genau richtig – dafür ist der Mund eines Babys von Natur aus gemacht, und Stillen oder Flasche erfüllen hier eine wichtige Aufgabe. Bleibt die Nuckelflasche aber weit über das erste Lebensjahr hinaus in täglichem Gebrauch, überwiegt weiterhin das frühkindliche Saugmuster. Die Zunge verharrt dann oft in einer ungünstigen tiefen Lage, statt sich zum Gaumen hin zu entwickeln. Ein rechtzeitiger Umstieg auf den offenen Becher unterstützt dagegen ein reiferes Schluckmuster. Achten Sie außerdem darauf, zuckerhaltige Getränke nicht dauerhaft aus der Flasche anzubieten, denn das schadet auch den Zähnen und der Kieferentwicklung gleichermaßen.
- Möglichst früh aus dem offenen Becher oder mit dem Strohhalm trinken, statt lange zu nuckeln.
- Zuckerhaltige Getränke nicht dauerhaft aus der Nuckelflasche anbieten.
Warum Kauen den Kiefer kräftigt
Nach der reinen Breizeit dürfen es ruhig nach und nach festere Stücke sein. Kauen trainiert die Muskeln, regt das Kieferwachstum an und fördert eine gute Zungen- und Lippenfunktion. Bekommt ein Kind dagegen über die Breizeit hinaus fast nur weiche Kost, nimmt man dem Kiefer diese wichtige tägliche Arbeit. Stellen Sie die Ernährung deshalb behutsam um: erst von Brei auf weiche Stücke, dann auf festere Kost, und bieten Sie altersgerechte Kaukost wie weiches Gemüse, Obst oder eine Brotrinde an. Sie müssen dabei nichts überstürzen, denn jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Wenn Sie unsicher sind, ob sich Trinken und Kauen gut entwickeln, begleiten wir Sie gern mit einem ganzheitlichen Blick auf Ihr Kind. Uns geht es dabei nicht um strenge Regeln, sondern um alltagstaugliche Anregungen, die zu Ihrer Familie passen. Schon kleine Umstellungen bei Getränken und Mahlzeiten können die Mund- und Kieferentwicklung auf lange Sicht spürbar unterstützen.
Häufige Fragen
Ab wann sollte mein Kind aus dem Becher trinken?
Schadet Brei der Kieferentwicklung?
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die persönliche Untersuchung und Beratung in unserer Praxis.
Persönlich beraten lassen
Jeder Kiefer ist anders. In einem ersten Termin schauen wir uns Ihre Situation individuell an.